Das Spiel mit dem atomaren Feuer?

Aufreger ist ja zunächst die Verlängerung der Laufzeiten der AKWs. Dies allein ist absolut unverantwortlich.

Forsmarck-Abstand zum GAU: nur noch Minuten? Krümmel-Abstand zum GAU: nur noch ein Sicherheitsmechanismus. Die Dinger werden weltweit alt. Autos, Waschmaschinene, Kühlschränke halten 10 Jahre. Da läuft Flüssigkeit und Dampf durch die Rohre, heiß, unter Druck, es vibriert und lärmt, es altert und korrodiert u.s.w. Schon mal ne Führung durch ein AKW gemacht? Ohne Ohrenstöpsel?

Atomkraftwerke (“High-Tech”) sind noch viel komplizierter/empfindlicher und dazu gefährlicher und halten ??? 30 Jahre? Sind zum Teil schon viel älter. Nun probiert die “Natur” eine Schwachstelle nach der anderen aus. Rohre und Becken werden undicht, in Frankreich laufen sie gleich reihenweise aus (2007/2008). Sicherheitsmechanismen funktionieren nicht (Notstromaggregate springen nicht an, die eine Kühlwasserpumpe (für die Hälfte der gesamten Wassermenge von RIESIGEN Flüssen) ist “durcheinander”, die andere (doppelte Pumpe) ist verklemmt. Es gibt kein Kühlwasser, kein Strom und keine Steuerung in der Zentrale.

Sigmar Gabriel (ehemaliger Minister für Umwelt und Reaktorsicherheit: in den vergangenen Jahren habe es „eine ganze Reihe von Schwierigkeiten“ in deutschen Kernkraftwerken gegeben, „Der Störfall ist der Normalfall“.

Der nächste Störfall kommt bestimmt und die Fehlerketten kamen schon mehrfach im Kernreaktor an, Temperaturerhöhungen, Druckerhöhungen. Egal, vor der Presse wird am selben Abend gelogen, dass sich die Balken biegen, selbst wenn man danach seinen Hut nehmen kann. Was machen da schon durchschnittlich 12 Jahre Verlängerung? Die Lukrativsten dürfen auch noch länger, Sicherheit steht mit Sicherheit an erster Stelle!

Der Minister für Reaktorsicherheit wird gar nicht erst in die Gespräche eingebunden:

“Doch in dem Vertrag gehe es nicht um Sicherheitsfragen, sondern um die
Abschöpfung der Gewinne durch die Laufzeitverlängerung, sagte Röttgen.”
(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,717690,00.html)

Soso, wenn man also die Sicherheitsinvestitionen deckelt, geht es nicht um Sicherheitsfragen?
(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716662,00.html)

Darüber hinaus sollte man sich mal klar machen, was das für ein Selbstbedienungsladen ist, jede Preissteigerung spült direkt das Geld in die Kassen der AKWs. Wenn die teuersten Preise für Strom aus beliebigen Quellen steigen, steigen auch die Preise für Atomstrom. Atomstrom wird immer an den Börsen verkauft und zwar NIEMALS direkt/billig, immer zum selben Preis, wie die höchsten Preise! Die Differenz aus den wahren Kosten des Atomstroms und den Einnahmen streichen die Konzerne ein.

“Die Regierung begründet die Verlängerung der Laufzeiten vor allem damit, dass die deutsche Energieversorgung bezahlbar bleiben muss.”
Was für ein verlogener Haufen.

“In den – von Experten kritisierten – Energieszenarien hat sie ausrechnen lassen, dass der Strompreis mit Hilfe der AKW relativ konstant bleiben soll. Aus Verbrauchersicht indes stimmt das nicht, denn der Strompreis wird an der Leipziger Börse ausgehandelt – und dort spielt die Atomenergie praktisch keine Rolle. Der Grund: Der Börsenpreis orientiert sich an den variablen Kosten desjenigen Kraftwerks, das gerade noch benötigt wird, um die Stromnachfrage zu decken. Experten nennen dieses letzte zugeschaltete Kraftwerk das “Grenzkraftwerk”. In der Regel ist es ein Gaskraftwerk, das sich flexibel hoch- und herunterfahren lässt – das aber auch hohe Brennstoffkosten hat. Atomstrom aus abgeschriebenen Kernkraftwerken ist zwar deutlich günstiger als Strom aus Gaskraftwerken. Da an der Börse aber kein Durchschnittspreis gebildet wird, ist das irrelevant. Es sind die teuren Gaskraftwerke, die den Strompreis bestimmen. Die Differenz zu den günstigen Herstellungskosten des Atomstroms können die Betreiber der Reaktoren für sich einstecken. Johannes Lambertz, Chef von RWE Power, gibt das im Bonner “General-Anzeiger” offen zu”
(http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,715989-3,00.html)

Aber, anstatt dass die Regierung dafür sorgt, dass das System korrigiert wird und dass günstiger Strom auch günstig an die Endverbraucher kommt, geht sie einen Pakt mit den Konzernen ein und sahnt lieber heimlich mit ab. Regierung macht keine Steuer-Gesetze mehr und auch schon gar keine Systemstrukturkorrekturen, sondern heimliche Steuer-Verträge? In was für einer Republik leben wir hier eigentlich? Das ist Verantwortungslosigkeit mehrfach geschichtet! :-(
(http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,716494,00.html)

Published in: on 15. September 2010 at 20:23  Kommentare (8)  

8 KommentareHinterlasse einen Kommentar

  1. Jup, die deutsche Energieversorgung sollte bezahlbar bleiben wobei zu beachten wäre das auch beim Benzin der Staat und nicht die Mineralölkonzerne oder Tankstellenpächter den großen Batzen (Steuern)”einstreicht”. Aber irgendwie müssen die EU- und BankFinanzspritzen sowie soziale Hilfeleistungen ja wieder in den Staatshaushalt zurückfließen. Integration wird uns demnächst auch einiges mehr kosten.

    Mein Vorschlag: Atomenergie (zu Herstellerpreisen) NUR als Grundversorgung für H4-, Eltern-/Erziehungsgeldempfänger bzw. andere Minderverdienende zulassen und bereitstellen. WIR können es uns doch leisten Ökostrom (wobei Gaskraftwerke IMHO nicht dazu gehören, weil Energieverschwendung)zu bezahlen.

    Da der Verfasser dieser Nachricht das AKW Greifswald, Endlager u.a. “von Innen kennt” weiss er das es 100%-ige Sicherheit nie geben wird. Flugzeugabstürze völlig unbeachtet (ist ja auch kein Thema mehr). Und eine Zweckbindung zur Entwicklung von erneuerbaren Energien ist doch schon beschlossen. Nur möchte ich diese UFO-Landschaften (Windräder)nicht wachsen sehen. Was nun? Wie weiter?

    Da “normal” ethymologisch von “Norm” abgeleitet ist, sollte man sich zur Beurteilung dieses Umstandes zunächst mit den Umständen der Anwendbarkeit differierender Normung, resp. unterschiedlicher Sichtweisen zur Beurteilung des Begriffes “normale Antworten” in ideeller wie materieller, vielleicht spezifisch auch in fachlicher Relation auseinandersetzen. Ohne die Definition derartiger Bewertungsmaßstäbe halte ich den hier einleitenden Beitrag in seiner verallgemeinernden Wertung der Negation einer Erwartungshaltung für nicht zutreffend.

    Lieben Gruß

  2. Meine Denke:

    Definieren ist schwierig. Maßstab bezahlbar ist gut. Denn wenn Energie nicht mehr bezahlbar ist, können wir kaum leben. Billig ist nicht so gut, weil es dann keine Anreize gibt, zu sparen.

    Sicherheit ist ein Maßstab. Technologien, die Risiken in sich tragen, die noch größer sind als der Untergang eines gigantischen Schiffes oder die weltgrößten Gebäude gefüllt mit Menschen sind inakzeptabel. Eine Landfläche von 500 km im Quadrat (70%) von Deutschland für Ewigkeiten verstrahlt ist inakzeptabel.

    Ich habe den Fehlerbericht von Krümmel vorliegen und gelesen. Ich kann gerne meine Zusammenfassung von 2007 posten. Nach meiner Zählung 10 Fehler in Folge, nur ein Sicherheitsmechanismus hat funktioniert (die Schnellabschaltung) mehrere andere haben versagt! Genau so laufen Katastrophen.

    Der Bericht sagt, das Kraftwerk befand sich im spezifizierten Normbereich. Klar, ein Auto, dass ein Riesencrash durchmacht, dessen Knautschzone völlig aufgebraucht wird, befindet sich auch im spezifizierten Normbereich. Nur weil ABS funktioniert hat, wurde der “Normbereich” nicht überschritten, aber der Airbag hat versagt. Falls wir den versagenden Airbag überleben: egal, wir rasen weiter, hat ja noch geklappt.

    Atombomben werden militärisch sicher aufbewahrt. Absichtliche Zerstörung braucht nicht einmal das “natürliche” Experiment und ist sooo einfach, es gibt einfachere Sabotagemöglichkeiten als öffentlich bewusst. Schon das kleinste Kind lernt das Prinzip, dass es einfacher ist, einen Turm aus Bauklötzen gezielt zu zerstören als zu bauen. Der Mathematiker nennt es Chaos. Kleinster Input, größte Wirkung, instabile Gebilde.

    Es gibt Gefahren/Risiken, die nicht akzeptabel sind und davon laufen allein 17 Stück noch offiziell in diesem Land. Daraus kommt weder Ökostrom noch billiger Strom. Die wahren Kosten wurden bislang weder mit Geld noch mit LEBEN bezahlt. Ich gehe davon aus, dass es nicht mehr lange dauert, bis es wieder mal Bumm macht.

    Die Entsorgung muss auf “Ewigkeiten” sichergestellt werden. Es gibt und gab aber kein menschliches Artefakt und keine Organisation, die so lange existiert. Auch Religionsgemeinschaften sind kein geeignetes Mittel.

    Der Müll wird erst teuer verpackt und bewacht und muss dann wieder und wieder neu verpackt werden, weil es keine stabile/resistente Verpackung gibt. Es wird größer und größer, teurer und teurer. Sauställe von Endlagern werden wieder und wieder auffliegen und Milliarden kosten.

    Selbst wenn man wollte gibt es nicht mehr viel Brennstoff. AKWs werden niemals die Verspargelung verhindern, höchstens geringfügig verzögern. Auch die Entsorgung der Kraftwerke in ca. einer Generation wird zig Milliarden für jedes einzelne Exemplar verschlingen und die Müllmengen explodieren lassen. Ein solches Experiment existiert schon.

    Irgendwann sind die Müllmengen der Brennstäbe und Kraftwerke und Lager nicht mehr im Griff. Irgendwann ist das Zeug “außer Kontrolle” dann kostet es kein Geld mehr, sondern Leben. Dabei handelt es sich nicht um tausend Jahre, sondern um viele Jahrzehnte. Die finanziellen Kosten sind nicht im Geringsten bezahlt und werden durch die neue Steuer nicht dauerhaft gedeckt.

    AKWs sind in ALLEN Belangen eine Sackgasse.

  3. Fast alle Computerprogramme haben Sicherheitslücken. Darüber kann man in den Computer eindringen und ihn komplett fernsteuern. Permanent beschäftigen sich Spezialisten damit, diese aufzudecken. Oft werden sie an den Hersteller gemeldet und beseitigt. Nach dem nächsten Sicherheitsupdate sind die Lücken zu. Wer danach versucht, die Lücke für einen Einbruch zu nutzen wird deutlich weniger erfolgreich sein und möglicherweise entdeckt und enttarnt.

    Die Zeit dazwischen ist unsicher, aber idealerweise kurz. Lücken die in diesem Zeitraum liegen heißen Zeroday-Lücken. Wer Systeme angreifen will kann diese Lücken besonders gut gebrauchen, wenn er nicht entdeckt werden will. Er bezahlt Experten dafür mit viel Geld.

    Jetzt ist entdeckt worden, dass jemand ganz sicher gehen wollte und richtig Geld in die Hand genommen hat und gleich mehrere dieser Lücken bezahlt hat, um Anlagensteuerungen zu übernehmen.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Stuxnet-in-deutschen-Industrieanlagen-1081413.html

    Und Experten sagen:

    http://www.langner.com/en/index.htm

    Ralph’s theory — completely speculative from here

    It is hard to ignore the fact that the highest number of infections seems to be in Iran. Can we think of any reasonable target that would match the scenario? Yes, we can. Look at the Iranian nuclear program.

    With the forensics we now have it is evident and provable that Stuxnet is a directed sabotage attack involving heavy insider knowledge.

    1. This is sabotage.

    2. The attack involves heavy insider knowledge.

    3. The attack combines an awful lot of skills — just think about the multiple 0day vulnerabilities, the stolen certificates etc.

    So we can conclude that the planned time of attack isn’t somewhen next year. It’s a one-shot weapon. I must assume that the attack did already take place. I am also assuming that it was successful.

  4. Atom-Geheimpapier entsetzt Experten

    Die Nachrüstliste sei ein “Deckelpapier”, das der Atomindustrie Investitionssicherheit garantieren solle. “Es kommt einer Kastrierung der Kontrollbehörden der Länder und auch des Bundes gleich.”

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,720041,00.html

  5. Schon wieder eine Fehlzündung einer tickenden Zeitbombe in Deutschland

    http://www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/zwei-tickende-zeitbomben/

  6. Wann sind Brennstäbe “verbraucht”? Wenn sie nicht mehr genug Energie bringen! Dann werden sie rausgenommen und ins “Abklingbecken” verfrachtet.

    Sind die Dinger dann einfach ausgeschaltet? Nein, die Dinger laufen weiter und müssen weiterhin X Jahre gekühlt werden.
    http://www.oe24.at/welt/japan-beben/Brennstaebe-muessen-10-Jahre-abkuehlen/20473832

    Warum baut man den Reaktorkern so sicher? Falls die Dinger mal nicht gekühlt werden und durchbrennen, soll es im GAU (Größten/schlimmsten Anzunehmenden (Un-)fall) “sicher” sein.

    Was passiert, wenn die Dinger im Abklingbecken sind und nicht gekühlt werden? Sie schmelzen genauso wie im Kern, aber ungeschützt. Abklingbecken sind nicht sicher, sie haben keinerlei Schutzhüllen und es gibt KEINEN Schutz bei Ausfall der Kühlung!

    Der Schutzbedarf im Abklingbecken ist genauso wie im AKW, aber der Schutz ist nur im AKW und nicht im Abklingbecken vorhanden.

    Kann man auf den Einsatz der Abklingbecken verzichten, aber das AKW weiterbetreiben? Gegenfrage: wo sollen die abgebrannten Stäbe dann hin? Im AKW bleiben. O.k., aber dann kann man das AKW nicht mehr (lange) betreiben, wenn die Stäbe nicht mehr rauskönnen.

    In Fukushima war (und ist?) die Kühlung der Abklingbecken selbst auch gefährdet und die Gefahr außerhalb des AKW ist größer als innerhalb, wegen mangelnder Schutzvorkehrungen im Abklingbecken! Das betrifft wahrscheinlich alle Abklingbecken weiltweit und in den Abklingbecken lagert mehr Zeug als in den Reaktoren.

    Dieses Risiko ist unvertretbar. Man kann nicht einfach weitermachen, als existiere das Risiko nicht. Das ist ein guter Grund, die AKW auszuschalten, bis dies behoben ist. Die Behebung könnte zu teuer sein, um wirtschaftlich zu bleiben, aber seit wann gilt Wirtschaftlichkeit über so essentielle Sicherheit? Zudem das Risiko mit gewisser Wahrscheinlichkeit eintritt?

    Die Wahrscheinlichkeit steigt mit der Zahl und der Fehleranfälligkeit (näherungsweise dem Alter) der Anlagen. Demnach könnte der nächste GAU recht wahrscheinlich in Frankreich stattfinden. Gibt genug negative Meldungen der letzten Jahre mit Störfällen und radioaktivem Austritt auch von dort.

    Das wesentliche Argument gegen AKWs der Abklingbecken, die genauso gefährlich sind wie die Reaktoren bzw
    gefährlicher, wird von der deutschen Reaktorsicherheitskommission (RSK) einfach ignoriert!
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Lueckenhafter-Bericht-der-Reaktorsicherheitskommission-1245404.html?view=mail

    So fahrlässig kann man nicht sein! Es ist politischer Wille der “Experten”, unvertretbare Risiken zu ignorieren und weiterzumachen. Es zählt nur das Geld.

    Feiglinge! Sie sind zu feige, das Richtige zum richtigen Zeitpunkt zu tun: die Wahrheit zu benennen.

  7. Hallo, Prinz,
    “Es ist politischer Wille …” Recht und Macht zu haben und zu halten und der Wille des Kapitals, Profit zu machen. Und beides vereinigt durch einen politisch-wirtschaftlichen “Filz”, der mehr oder weniger gut verdeckt ist.

    Es wurde und ird zu wenig geforscht, um ggf. die Sicherheit zu erhöhen noch um kostenverträglich alternative Energieressourcen zu entdecken und wirtschaftstauglich zu machen – das kostet .
    Eine Politik des Taktierens,

    http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/politischesfeuilleton/1475969/

    und die Meinung des Volkes wird immer dann vorgeschoben, wenn es passt.
    Ein Journalismus der Verharmlosung, ich habe in Erinnerung, dass das ja gar nicht so schlimm ist, wenn das verstrahlte Kühlwasser ins Meer läuft.

    Die Risiken, mit den wir heute leben müssen, sind das Eine, die Verdummung das andere.

  8. Zu dem Link: ja, man muss klar die grundlegenden Probleme sehen und mindestens eine Vision (zu deren Lösung) haben. Dann vermittelt man den Eindruck, dass man einen roten Faden hat. Frau Merkel vermittelt keinen roten Faden, sondern nur Feuerwehraktionen. Sie löscht immer nur die nötigsten Brände.


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