by JoeRe.
Das Wort Kompromiss hat einen schlechten Ruf. Die meisten Leute denken sofort an den faulen Kompromiss. Ich finde, es verdient den schlechten Ruf nicht. Kompromisse und Kompromissbereitschaft bestimmen unser Leben, und das ist nicht schlecht.
Grundsätzlich ist für mich ein Kompromiss eine Abmachung, bei denen die beteiligten Parteien Abstriche von ihrer ursprünglichen Erwartung machen müssen, das Gesamtpaket aber doch für alle akzeptabel ist. Ein guter Kompromiss zeichnet sich dadurch aus, dass die unterschiedlichen Gewichtungen in der Wichtigkeit bei allen Parteien berücksichtigt werden.
Seien wir doch mal ehrlich: Nicht nur bei kleinen Dingen im Leben müssen wir Kompromisse machen. Unser Job ist selten unser Traumjob, meistens ein Kompromiss zwischen dem Wunsch an Gehalt, Standort, Chef, Kollegen, Verantwortung, und Tätigkeit. Das Dach über unserem Kopf ist zu laut, zu weit ab vom Schuß, nicht ideal geschnitten, zu alt, zu klein, Sanitäranlagen oder sonstwas nicht ok, zu dunkel oder hat eine beknackte Dämmung. Selbst bei unserem Auto werden nicht alle Ansprüche von Design, Sozialstatus, Sportlichkeit, Familientauglichkeit, Umweltfreundlichkeit erfüllt, weil dazu einfach das Kleingeld fehlt.
Und auch wenn in den Medien das Bild vom kompromisslosen Mann beliebt ist, so halte ich Kompromissfähigkeit für eine soziale Kernkompetenz. Denn wenn ich mit jemand kompromissloses eine Abmachung treffe, habe ich nur zwei Möglichkeiten: Entweder es geht nach seiner Meinung, oder wir treffen die Abmachung nicht. Ein “Aushandeln” ist nicht möglich. Mit so jemandem ist kein Teamwork möglich. Ich möchte nicht mit solchen Leuten arbeiten, keine Reise machen, ich möchte ihn nicht in meinem Freundeskreis haben.
Kompromisse sind also bis zu einem bestimmten Grad normal. Das soll keine Lanze für eine Weicheitum, Umfallmentalität oder faule Kompromisse sein: Man soll schon Prinzipien haben, sowie Punkte, die unverrückbar sind. Nur wird jede Anforderung zum unverrückbarem Absolutum, und man kann auf nichts verzichten, dann wird es mühselig.
Komme ich auf den Punkt, um den es mir eigentlich geht: Natürlich Kompromisse bei der Partnerwahl. Da halte ich sie für das Natürlichste der Welt. Normalerweise ist unser Partner nicht aus unserem Traumkatalog entsprungen. Das fängt bei Äußerlichkeiten wie Größe, Form und Augenfarbe an, geht über Sachen wie Musik-, Kunst- und Kleidergeschmack und hört bei den Interessensgebieten und dem Ordnungssinn noch lange nicht auf. Irgendwas stimmt immer nicht. Wie viele Frauen träumen von Brad Pitt, wieviele Männer von Angelina Jolie, und wieviele Brad Pitts und Angelina Jolies gibt es? Der Traumkatalog kann nicht für jeden erfüllt werden. Aber wenn wir den Partner als ganzes lieben, er uns zurück liebt, und das Gesamtpaket stimmt, ist das doch ok. Dann kann man auch über die kleinen Mängel hinwegsehen. Oder?
Das Problem ist, dass man in einer Partnerschaft nienienie dem Partner klarmachen darf, dass er (oder sie) nur ein Kompromiss ist. Verboten! Der Partner muss das Gefühl haben, er ist der perfekte Partner, es ist alles perfekt, und man habe genau diese Perfektion gesucht. In diesem Fall besonders sie. Aus meiner Erfahrung sind Frauen da empfindlicher als Männer, ihnen muss noch stärker klargemacht werden “ja, es bist Du, es bist nur Du, und zwar genau so, wie Du bist”. Ich habe das Gefühl, dass selbst auf Online-Partnerbörsen in den ersten Mails auf ein relativ harm- und belangloses Profil genau dieser Eindruck entstehen muss, damit Mann eine Chance hat. Einfach sagen “Foto nett, Profil witzig geschrieben, lass uns doch mal näher beschnüffeln” reicht nicht — aber das ist ein anderes Thema.
Warum ist das nun ein Problem? Weil es damit eine Lücke zwischen dem Anspruch und der Realität gibt. Und diese Lücke muss man überwinden, indem man a) sich selbst was vormacht b) dem Partner was vormacht oder c) einen Eiertanz um das Thema macht.
Und ich finde alles Mist. Geht es nicht etwas ehrlicher? “Ich finde Dich toll, aber das und dies und jenes gefällt mir an Dir nicht — und trotzdem liebe ich Dich”. Reicht das nicht? Oder macht das alles kaputt?
Hallo Joe – sehr schöner Artikel.
Morgen mehr von mir dazu! Schönen Abend und LG,
Schön Dich mal wieder zu lesen.
Selbst wenn wir genügend Geld hätten für irgendein Auto auf der Welt und selbst wenn wir die Macht hätten ein Auto nach unseren Wünschen von einem “Architekten/Ingenieur” individuell bauen zu lassen, es wäre ein Kompromiss, denn ein Auto sollte uns doch am Liebsten in Null Zeit, für Null Energie von A nach B bringen und dabei auch noch nichts kosten! Aber das wird es wohl nie geben. Keine entsprechende Software, kein Traumhaus, Nichts.
Nachdem mein 10 Jahre altes und treues Auto hinüber war und ich es abgeben musste, beschlich mich plötzlich ein seltsames Gefühl. Was war das? Hing ich etwa an diesem Kompromiss? An einem Gegenstand? Der mir eigentlich ausgerechnet eher unbeliebt war? Es war kein Teddy und eigentlich kein Erinnerungsstück, aber plötzlich war es das doch. Diese alte, rostige und nun defekte Laube.
Nach meinem ersten Absatz ist die ganze Welt ein Kompromiss, abgesehen, ja abgesehen von mir!
Ich bin nicht bereit mich als Kompromiss zu betrachten. Wichtig dabei ist, dass ich nicht austauschbar bin wie ein Kompromiss. Ich will geliebt werden und will lieben, wenn es in beiden Richtungen passt, dann gibt es keinen “Marktwert”, dann ist es kein Kompromiss.
Es ist eben nicht so einfach zu sagen, wann das passiert. Kann jemand die exakten Kriterien/Anforderungen benennen, wann er sich verliebt? Wenn zwei “gleiche” Menschen auftauchen, z.B. Zwillinge, die die Kriterien erfüllen, welcher wird es? (Hatte ich mal.) Beide? (Bei mir nicht und ich konnte nicht beantworten warum. Mein damaliger Freund hat beide “ausprobiert”, aber erst nach “langer” Zeit und mit einer hatte er angefangen!)
Ich will die WAHRHEIT und nichts Anderes hören und die Wahrheit muss sein, dass es Liebe ist.
Ja, ja Prinz und Joe – der Partner sollte bestimmt kein Kompromiss sein aber im Alltagsleben miteinander muss man schon auch Kompromisse schließen!
Die Kunst ist es dabei vielleicht, NICHT ständig darüber zu sprechen sondern einfach zu machen.
“Ich bin Dir da schon entgegen gekommen oder letztes Mal waren wir Schwimmen, weil Du es wolltest oder …” – solche Diskussionen sind unnötig und auf Dauer tödlich!
Wenn man zusammen passt, wenn man sich lieb hat, wird man (hoffentlich beidseitig) immer weitgehend darum bemüht sein, dem Anderen zuliebe manches hinzunehmen oder mitzutragen.
Allerdings gibt es für mich durchaus Menschen/Partner, mit denen ich keine gemeinsame Basis finden würde:
7 Tage die Woche Sport- oder Hobby-Freaks und 60 Std.+ Arbeits-Junkies!
Ein Muss in einer Beziehung, ohne Kompromiss-Möglichkeit, sind nach meiner Erfahrung gleiche emotionale und körperliche Bedürfnisse, wenn nicht einer verhungern und der andere ersticken will.
Joe schreibt: „Ich finde Dich toll, aber das und dies und jenes gefällt mir an Dir nicht — und trotzdem liebe ich Dich“. Reicht das nicht? Oder macht das alles kaputt?”
Aüßerlichkeiten wie Klamottenstil? – Man kann durchaus sagen was einem nicht gefällt oder was man gern am anderen sehen würde. ABER: Letztendlich muss die/der sich darin wohl fühlen. Möglicher Kompromiss: Zusammen einkaufen gehen, unterschiedliche Stilvorstellungen kombinieren.
Meine Güte, man möchte dem Freund/in doch auch äußerlich gefallen, oder???
Von Dir selbst abweichende persönliche Eigenschaften oder Verhaltensweisen des Anderen oder das, was man sich vom Anderen vielleicht erwartete oder erhoffte, darf man besprechen und hinterfragen aber NIE bekritteln und einfordern! DAS, Joe, DAS macht alles kaputt!
Entweder nimmst Du den anderen so wie er/sie ist, akzeptierst ihre/seine Fehler und Schwächen oder findest sie sogar ganz besonders liebenswert oder DU gleichst die vermeintlichen Fehler/Schwächen Deiner Partnerin mit Deiner Persönlichkeit oder Stärke im Zusammenspiel miteinander aus – aber meckern ist verboten!!!
@excuse-me:
Es geht mir ja gar nicht darum, die andere Person zu verändern. Persönlich schätze ich mich selbst so ein, dass ich mit sehr wenigen Dingen so große Probleme habe, dass ich eine Änderung einfordern würde. Ich komme mit vielen Sachen klar, würde aber auch das gleiche von meinem Partner erwarten.
Es bleibt das Gefühl, das “klar kommen” nicht reicht. Das manchmal alles außer einer vollkommenen Zustimmung und Begeisterung als Abwertung, als Kritik, als Uneinverändnis und als Inkompabilität gesehen wird. Was es nicht ist. Da Du mich persönlich angesprochen hast, excuse-me: Ich selbst brauche keinen Klon von mir. Ich brauche eine andere Meinung, manchmal auch die Reibung. Und trotzdem will ich sagen können “auch wenn ich es lieber hätte, wenn Du eine andere Meinung, einen anderen Geschmack oder wasweissich hättest, ist es ok, dass Du so bist, wie Du bist, und ich liebe Dich trotzdem.” Und das sagen können, ohne das ich eine Beziehungskrise oder Beleidigtsein befürchten muss.
Ich möchte kein Kompromiss sein, kein ich finde Dich zwar ganz nett, lieb und hübsch….. aaaaaber,das hatte ich bereits- Es funktioniert nicht!
Dann kann sich der Kerl auch eine andere suchen. Das ist heute nach ein paar mehrjährigen Partnerschaften meine Meinung.
Kompromisse können im Zusammenleben funktionieren, in der Grundstimmung muss es aber passen.
Immer wenn ich mir die Partnerinnen meiner ehemaligen Freunde ansehe, dann sinne ich darüber nach was sie wohl an mir gefunden haben, denn teilweise springt die andere Optik einem schon sehr stark ins Auge, ganz zu schweigen von den Lebensgewohnheiten und Qualitäten.
Teilweise war ich auch das Gegenteil der vorherigen Freundinnen und habe mich gefragt- passt das jetzt?
Ich glaube da sind wir Frauen einfach kritischer und unsicherer als die meisten Männer. Die vergleichen sich selten mit ihren Vorgängern, will man so manchen Aussagen glauben, dann soll es die ja sogar am besten gar nicht gegeben haben.
Frauen nehmen die Dinge mal gerne kritisch unter die Lupe, Männer blenden aus?
Ich glaube was erschwerend für manche Frauen hinzu kommt ist das starke Sicherheitsbedürfnis das wir haben können.
Über ein Jahr lang habe ich intensiv nach einem Partner gesucht, meine Sehnsucht war so groß wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich wollte jemanden haben für die zweite Hälfte meines Lebens, jemanden mit dem ich alt werden konnte. Diese Sehnsucht konnte man spüren und ich denke, dass sie den meisten Männern die mir in dieser Zeit begegnet sind einfach zu viel war.
Für das Gefühl der Sicherheit ist eine Frau wohl auch eher mal bereit optische Kompromisse einzugehen, das sieht man bei Männern eher selten. Fühlt man sich selbst als Frau nicht so perfekt, oder wohl in seinem Körper, dann entstehen oft diese Fragen „Liebt er mich wirklich?“ „Bin ich hübsch genug für ihn u.s.w. Meiner Meinung nach haben diese Fragen einen ganz anderen Sinn, eigentlich sind sie ein Fingerzeig auf das eigene Erleben und nicht auf den Partner. Man projiziert das eigene Chaos nach außen, mit Partnerschaft hat das sehr wenig zu tun.
Ehen kriseln nicht ,weil sich der Partner verändert, sie kriseln meist weil einer der beiden eine andere Sichtweise bekommt, oder neue Erfahrungen gemacht hat und ein neuer Film im Bewusstsein auftaucht bei dem der andere eben nicht mehr die Hauptrolle spielen kann.
Aus dieser Erfahrung heraus möchte ich heutzutage eine stabile Grundlage, denn wenn ich mit meinem Partner nicht über die gleichen Dinge lachen kann, der Alltag aufgrund von recht unterschiedlichen Vorstellungen schwierig ist, oder bereits anfangs über der Unbegrenztheit der Liebe ein dicker Schleier liegt, wie soll diese Partnerschaft stabil bleiben wenn einer der beiden eine komplett andere Erfahrung macht, die dazu führt dass er die Welt aus einem veränderten Blickwinkel betrachtet. Soll man seinen Film der Liebe gleich mit Nebenrollen besetzen?
Wer von uns schaut schon gerne Filme an die mit „Kompromissen“ besetzt wurden?
Das sollte man im Normalfall nicht befürchten müssen!
Man ist schnell beleidigt oder bei Kritik auf der Palme, wenn man entweder unsicher über sich selbst, die eigenen Gefühle oder die Beziehung ist, denke ich.
Smillaaaaa – hallo! *freu*
Nun bist Du mir dazwischen gerutscht – 13.13 war AW auf Joe.
Hallo Smilla. Schöner Beitrag.
Nur leider ist mein Leben kein Film, kein Ponyhof und kein Wunschkonzert.
@EM:
Ständig reden nicht aber nie reden auch nicht.
Entscheidend scheint mir vielmehr, dass man nicht von vornherein meint, der Andere sei Schuld, zu unordentlich etc., sodass angeblich schon klar ist, dass einer und genau nur einer und zwar der Andere sich zu ändern habe. Denn die andere Seite kann immer das genaue Gegenteil behaupten, z.B. zu pingelig, mit denselben Konsequenzen.
Anstatt mit der Tür ins Haus zu fallen, besser anklopfen und reingebeten werden bzw. anstatt den Anderen zu beschuldigen und sofortige Abwehr zu erzeugen, das eigene Problem und nur das darstellen! Dann ergibt sich normalerweise automatisch eine Suche nach der Lösung, wenn beide eine dauerhafte Lösung wollen. Aufpassen, dass man nicht das Anstreben (vorwärts schauen) vergisst und doch nur Schuldige sucht (rückwärts). Natürlich gehört auch Verbindlichkeit dazu, sonst isses ziemlich immer Essig!
Zitat JoeRe “Nur leider ist mein Leben kein Film, kein Ponyhof und kein Wunschkonzert.”
Ist es nicht? Da habe ich eine andere Sichtweise
@Prinz:
Ich schrieb: “… besprechen und hinterfragen aber NIE bekritteln und einfordern!” – kann mich also Deinem Beitrag 16.06 100% anschließen!
Wenn ich uns hier so lese – wir haben aus unseren vergangenen Beziehungen ganz gut gelernt, finde ich!
Hallo, Joe, schön wieder von Dir zu lesen, und ein schönes Thema.
Zu Deinem ersten Teil, in der Arbeit, im Alltag muss man Kompromisse eingehen, die meisten Konflikte werden als Kompromiss gelöst – Konflikt- und Kompromissfähigkeit zwei sehr wichtige Faktoren für Sozialkompetenz.
Ich bin schon sehr viele Kompromisse eingegangen, wichtig, dabei war, dass ich mich bei den meisten nicht über den Tisch gezogen gefühlt habe, das es keine “faulen” Kompromisse waren.
In der Partnerschaft: ich “lege die Worte mal auf die Goldwaage” der Partner selbst sollte kein Kompromiss sein. Wenn ich ihn liebe, dann ist er für mich “perfekt”, mit allen charakterlichen Stärken und Schwächen, mit “Mängeln” in der Optik, usw. Wenn ich weiß und sicher bin ihn zu lieben, dann kann ich mit dem weniger Schönen an ihm umgehen (auch mal kritisch, aber NIE meckernd und beleidigend), kann ich damit leben und ihn wiederum dafür auch lieben.
Kompromisse muss ich vielleicht eingehen, wenn es geht das Zusammenleben und die Zukunft gemeinsam zu gestalten. Wenn ich weiß, dass es ihm gerade finanziell nicht gut geht, werde ich nicht auf einem extrem teuren Urlaub bestehen, wenn er nicht gut laufen kann, werde ich keine ausgiebigen Wander- und Bergtoren mit ihm machen. Wenn er Oper nicht mag, werde ich ihn nicht “auf Teufel komm raus” mit ihn die Oper schleifen. Wenn er es mir zu liebe machen möchte, i.O., das mir zu liebe ständig einfordern – nein.
Genauso möchte ich jedoch auch behandelt werden.
” … klargemacht werden „ja, es bist Du, es bist nur Du, und zwar genau so, wie Du bist“. …” Das ist kein überzogener Wunsch, es schhließt doch meiner Meinung nach nicht aus, dass Frau (natürlich viiiiiel sensibler
) auch mal kritisiert werden kann. mir hat ER schon gesagt, mir gefällt nicht, dass Du z. B. Deine Zeit im EP-Forum verschwendest, das…, wo er recht hat
.
Dennoch bleibt bei mir z. Z. auch so ein schales Gefühl, ob ich nicht nur ein “Kompromiss” bin. Wir werden sehen.
Ja Joe ” … Und trotzdem will ich sagen können …” das sollte in einer Partnschaft funktionieren, doch auch hier, wiederholt, Liebe und Vertrauen brauchts dafür.
Manches kritische einander zu sagen hat sehr viel mit Vertrauen und eben Liebe zu tun. Ich meine, wenn man geliebt wird, verträgt man das leichter. Sobald die Liebe am Verfliegen ist, artet es in z. T. ausufernde Meckerei um.
” … Einfach sagen „Foto nett, Profil witzig geschrieben, lass uns doch mal näher beschnüffeln“ reicht nicht … ” Also bei mir ergaben sich auf diese Weise schon ein paar nette Kontakte und Dates, gepasst hatte es dann zwar nicht, aber der Versuch war es meistens wert gewesen – ohne Prüfen ob diese oder jene “Augenhöhen” erfüllt sind.
Smilla, stimmt, dass wir Frauen unsere Unsicherheit über unser Äußeres oft zu stark nachh außen sichtbar werden lassen, und genau das “nervt” die HERRlichkeiten.
ich bin ja nun auch keine Katalogschönheit, und die Falten erst
, ich habe gelernt, das beste daraus zu machen und damit selbst sicher umzugehen. Und meist hätten wir das zweifeln doch auch gar nicht nötig, wenn wir uns nicht ab und zu von den Medien, der Werbung u. ä. “manipulieren” ließen. ich zweifele eher, ob ich mit meinen Erfahrungen inzwischen doch zu ängstlich und zu “schwach” für die Kompromisse in einer neuen Partnerschaft bin – “gebranntes Kind”.
Smilla,
“… meine Sehnsucht war so groß … ” Das kenne ich! Wird damit die Gefahr Kompromisse einzugehen kleiner oder größer? Ich fürchte, leider größer, weil die Sehnsucht uns zu erdrücken scheint.
Vielleicht auch kleiner, weil wir uns mit dem Single-Leben, dennoch so gut es geht arangieren wollen und müssen.
Joe, ” … Nur leider ist mein Leben kein Film, kein Ponyhof und kein Wunschkonzert. …” DOCH wir bemühen uns mit Kompromissen dem sehr nahe zu kommen, indem wir auch abwägen, was wir besonders gern erleben und haben möchten.
06:13 Eisenherz, Dein letzter Satz, Frühaufsteher-Prinz, bestätgt auch meine Sicht auf die LIEBE.
Also werden viele, die bei der Partnersuche zuerst ihre Check- und NoGo-Listen abarbeiten und sich dann vermeintlich verlieben können, werden vermutlich auch eher beginnen zu “kritteln”.
@Smilla:
> “Ist es nicht? Da habe ich eine andere Sichtweise.”
Welche denn? Und über was? Dass mein Leben ein Ponyhof ist, oder Deines? Oder das Leben so allgemein?
@all:
Muss es denn “perfekt” sein? Reicht nicht “good enough”?
Meine klare Meinung: perfekt gibt es nicht! Aber sehr gut!
Ich betrachte auch mich nicht als perfekt und lass mich auch hinterfragen.
Joe und Prinz,
sicher “Nobody is perfect”, wenn ich schreibe perfekt, dann meine ich für mich, ist es mehr als „good enough“ – es ist “bestens”, “super”,… ich fühle mehr Überschwängliches, mehr Leidenschaft für den anderen – das Gut genug klingt etwas nüchtern und taff, ich denke dennoch, Du meinst es nicht sooo nüchtern. Andererseits ist “Gut genug” wirklich genug? Das klingt auch nach “es könnte besseres geben. ”
In diesem folgenden Sinne gebe ich Dir allerdings recht:
“Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug.”
Epikur von Samos
@Wölfin:
Genau das ist doch mein Punkt. Ist denn “es könnte besseres geben” so verwerflich?
Ich nehme ein plakatives Beispiel: Viele Frauen wünschen sich einen großen Mann. Aber es gibt aber viele liebenswerte Männer, die nicht groß sind (ich gehöre nicht dazu).
Ist die Aussage einer Frau zu ihrem Partner “ein paar Zentimeter Körpergröße wären noch besser” oder analog “genau Du ein paar Zentimeter größer wäre noch besser” so schlimm? Das heißt doch nicht “wenn der bessere vorbeikommt, bin ich weg”.
Schöner Satz von Epikur. Gut genug ist genau das, was es besagt.
“Ich will Dich heiraten, weil Du gut genug für mich bist.” Hmmm, naja, an der Romantik von diesem Satz muss ich noch feilschen.
Zu Deinem Beispiel, es ist schlimm, dass Frau die nicht so großen Männer eben gleich ausschließt, als zu sagen, ich schau mal, wie liebenswert er ist. Da stimme ich Dir zu. Und wenn sie den kleineren nimmt, weil sie sich lieben, dann ist auch der Satz (mit Augenzwinkern) “Wenn Du etwas größer wärst…” gar nicht verwerflich (wenn es der Mann verkraftet).
Dann dürfte es für sie ja auch keinen Besseren geben, nur einen Größeren
Verwerflich sind doch wirklich nur diese weigen oberflächlichen NoGo-Listen und hochgepeitschten Ansprüche an eher Belanglosogkeiten, oder?
” … weil Du so (wie Du bist) gut für mich bist!”
Und mir gut tust!
Geklaut aber gut: eine leere Schüssel macht nicht satt, auch wenn sie noch soooo schön ist.
Ich wurde schon öfter größer gewünscht, obwohl ich genau richtig bin! Stört mich aber nicht im Geringsten.
Joe, können wir Zitate wiedereröffnen?
rachmonischescafe.wordpress.com/2010/06/22/zitate/
rachmonischescafe.wordpress.com/zitate/
Siehst Du Prinz, das nenne ich Selbstbewusstsein!
Da immer noch keine Zitate freigeschaltet sind:
dieses hier
“Wer die Sicherheit über die Freiheit stellt, verdient es ein Sklave zu sein!” (Aristoteles)
Ja, genau das Richtige für den Ex-Innen. Überwachungsstaat: jeder kriegt einen kleinen Überwachungsroboter auf die Schulter und wird für jedes kleinste Vergehen verfolgt! Also gut aufpassen! Alle 20000 Seiten Gesetzestext auswendig lernen und niemals links abbiegen, wenn nicht erlaubt. Macht zwar den Menschen zur Gesetzestextbefolgungssklave … ähm -maschine, aber so will es der Sicherheitshüter halt.
Sooooooooooooooo hatte ich das gar nicht gemeint – nur die persönliche, innere Freiheit.
Du weißt natürlich gleich anderes draus zu machen – es lebe Orwell, auf dem Weg dahin sind wir doch schon, oder?
Ich meine es aber so:
They that can give up essential liberty to obtain a little temporary safety deserve neither liberty nor safety. ~Benjamin Franklin, Historical Review of Pennsylvania, 1759
Joe:”Ich will Dich heiraten, weil Du gut genug für mich bist.“ Hmmm, naja, an der Romantik von diesem Satz muss ich noch feilschen.”
Ein relativ geiles Video. Hat mir den Abend versüßt. Und trifft mich auch irgendwie relativ gut.
Danke, Excuse-me.
Sehr schön auch #13 in http://www.elitepartner.de/forum/warum-moechten-frauen-immer-die-schoenste-frau-fuer-ihren-mann-sein.html
Das ist sehr schön geschrieben. Wenn ich den Menschen liebe, möchte ich, nur mit meinen Augen gesehen, ihn etwas idealisieren. Ich denke, wer nicht gerade eiskalt und absolut rational ist, der hört solche Komplimente ganz gern mal. Jeder weiß doch, dass er selbst und auch der andere objektiv nicht perfekt ist, weil es dass nicht gibt.
Oder ist das doch nur “dämlich” (nr. 2).
)
Was spricht gegen eine “romantische Schmeichelei”?
Bin ich zu “altbacken” (mein Alter ist ausnahmsweise nicht gemeint
kann ich nicht selbstbewusst sein und dennoch solche Dinge gern hören?
Ich bekomme bei der gewissen Dame nie auf die Reihe, einerseits so eine brave, weibliche und was sonst noch Frau, und auf keinen Fall eine Emanze zu sein (die für mich dann logischer Weise genauso etwas mag) und anderseits so emanzipieret tut.
Aber das muss ich wohl auch nicht.
Und Karlsson vom Dach sagt zum Thema:
“Ich bin ein schöner
und grundgescheiter
und gerade richtig dicker Mann
in meinen besten Jahren
und der beste Karlsson der Welt
in jeder Weise!”
So musses sein.