Nicht jeder hier ist sicherlich ein Freund von Zitaten. Ich mag Zitate – für mich sind es oft große Weisheiten (nicht immer!
) in wenigen klugen Worten.
Ein Zitat, über das ich seit einer Weile nachdenke von Sir Peter Ustinov:
Um sanft, tolerant, weise und vernünftig zu sein, muss man über eine gehörige Portion Härte verfügen . . .
Das hab ich bisher ganz anders gesehen – aber er hat Recht!
Eure Gedanken dazu interessieren mich – seht ihr es auch so?
Gibt es Zitate, die Euch überzeugen, die Euch ansprechen, die Eure Sicht auf etwas vielleicht verschoben haben und warum? Habt Ihr Lieblingszitate? Immer her damit …
excuse-me
“Um sanft, tolerant, weise und vernünftig zu sein, muss man über eine gehörige Portion Härte verfügen…”
Muss man?
Wieso eigentlich?
Ich sage nicht, dass es nicht stimmt. Nur ich frage mich, was damit gemeint ist, bzw. was ihr meint.
Ach so, mein Spruch: “Wie sehr man leidet wird nicht dadurch bestimmt, wieviel man jammert, sondern was man dagegen tut.”
Dein Zitat passt zu meinem!
Wenn man vernünftig ist, ist man hart genug, um etwas gegen das Leiden zu unternehmen oder es auszuhalten!
Ist man zu weich, jammert man!
Hähä …
SPU-Zitat: Wenn jemand Dich z.B. verbal attackiert, Dir Schlimmes um die Ohren haut, Dich provoziert – und DU kannst ruhig, sachlich und gelassen bleiben, weil Du es z.B. akzeptieren kannst, dass es unterschiedliche Menschen, Auffassungen und Meinungen gibt, dass Du dazu stehen kannst, Deine zu vertreten, ohne Dich auf das gleiche Niveau zu begeben – DAS ist sanft, tolerant, vernünftig und weise und das ist DEINE innere Härte, hier wohl mehr innere Stärke!
Das Zitat kannte ich nicht. Musste erst drüber nachdenken, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass man gegen sich selbst hart sein muss, um sanft zu Anderen sein zu können. Das ist auf jeden Fall eine überraschende und interessante Erkenntnis, aber es gibt auch Ausnahmen.
Beispiel: wenn mich ein Wildfremder auf der Strasse wild beschimpft, trifft mich das nicht, wie bei jemand Vertrauten. Warum? Weil ich das Problem weniger auf mich, denn auf ihn beziehe. Genauso wäre es auch bei einem bekannten Kind und war es auch schon bei einer Kollegin! Wie kommt das? Ob man sich aufregt (und dann hart gegen seine eigenen Aggressionen sein muss, um sanft gegen Andere zu sein) oder sich gar nicht erst aufregt, hängt damit zusammen, ob man die Kritik an sich heran lässt, ob man gerade souverän ist und die Ruhe hat, die Sache mit Distanz zu bewerten.
Passend dazu habe ich auch ein, neuen Spruch gelernt: die schärfsten Kritiker der Elche, waren früher selber welche! D.h. u.a. so mancher, der bestimmte Kritik an sich heran lässt und nicht einfach von sich weist, hat sich, wie auch Betz fragt, möglicherweise schon selbst mal derartig innerlich kritisiert.
Einstein:
“In zwei Wochen kann durch die Zeitungen die urteilslose Menge in irgendeinem Lande in einen Zustand solcher Wut und Aufregung versetzt werden, dass die Männer bereit sind, als Soldaten gekleidet zu töten und sich töten zu lassen für die nichtswürdigen Ziele irgendwelcher Interessenten. Die militärische Dienstpflicht scheint mir das beschämendste Symptom für den Mangel an persönlicher Würde zu sein, unter dem unsere Kulturmenschheit heute leidet.”
(Zu Zeiten des ersten und zweiten Weltkriegs! Ist das heute in Demokratien wirklich anders? USA, Bush, “Achse des Bösen”, Afghanistan, Irak etc.)
Passend dazu von Einstein:
“Frieden kann nicht durch Kraft gehalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden.”
Ich bin überzeugt, Verständnis hilft. Wenn man hinter die Kulissen schauen kann und VERSTEHT, WARUM die Dinge passieren, kann man sehen, es ist nicht zu ändern, es ist sinnlos dagegen anzugehen, man kann besser “mit den Energien” gehen. Oder man kann sehen, warum der Motor kaputt ist und wie man ihn wieder in Takt bringt.
Und umgekehrt, wer sich öffnet und die Anderen hinter seine Kulissen schauen lässt, gibt den Anderen die Möglichkeit, einen selbst zu verstehen und einzusehen, dass es sinnlos ist, mit Gewalt gegen einen anzurennen. Zudem kann der Andere verstehen, wie die Wirkmechanismen sind und wie man den Anderen positiv beeinflussen kann oder auch wie man auf ihn Rücksicht nehmen kann (damit ist nicht heimliche und ausnutzende Manipulation gemeint, sondern gegenseitiges Vertrauen, offene Kommunikation und Kooperation).
Mein Prinz, ich bin begeistert von Deinen Ausführungen!
Unterschreib ich komplett!
Früher habe ich Zitate und vor allem zitierende Personen wahrgenommen als welche, die ihre “Bewandertheit” präsentieren wollten. Vielleicht stimmte es, vielleicht stimmte es nicht und sie wollten ihre Weisheiten “liebevoll” in Kompaktform weitergeben und sich auch nicht selbst mit Federn schmücken und konnten dazu noch die Quelle zitieren.
Weil mir auswendig lernen mein Leben lang zuwider war, konnte ich mich mit solchem “Gehabe” nicht anfreunden. Inzwischen achte ich tatsächlich auf das Gesagte und gleiche es mit meiner Weltsicht ab. Wenn es passt, dann “verstehe” ich es ja und kann es mir besser merken.
Das Einzige was ich jemals auswendig lernte waren meine Rollen in zwei Theaterstücken: “Zeno, der letzte oströmische Kaiser” (in “Romulus der Große”) und “Sommernachtstraum”, aber die habe ich Dank meiner Strategie soweit aus meinem Gedächtnis getrieben, dass ich nicht mal mehr sicher bin, welche der unglücklichen männlichen Rollen ich im Sommernachtstraum spielte. War es Lysander oder Demetrius. Ich denke Letzterer.
(Witzig jetzt fällt mir gerade auf, dass diese damals in meinen Augen recht “abgedrehte” Geschichte gerade ziemlich real in meinem Umfeld existiert!
Wissenschaftliche Fächer wie Biologie und Chemie schmeckten mir nicht mehr, sobald es darum ging, auswendig zu lernen. Da konnte ich mit Mathe und Physik weit mehr anfangen. Spaß machte es mir hingegen die Dinge zu “knacken” und zu VERSTEHEN. Besonders Stolz war ich z.B. damals als Einziger das Prinzip der Wertigkeit im Chemieunterricht wirklich verstanden zu haben und die Berechnungen durchführen zu können. Inzwischen habe ich es schon wieder komplett vergessen.
Au weia, ich glaube das mit dem Verstehen und Merken klappt doch nicht so gut.
Psihihi – ich hab nur die Müllerstochter in Rumpelstilzchen gegeben – immerhin eine der Hauptrollen!
Ich kenne kein einziges Zitat auswendig – hmm, mir fällt bei manchen Gelegenheiten ein, dass ich mal ein dazu passendes Zitat gelesen habe und dann google ich höchst erfolgreich die zusammengefegten Reste meiner Erinnerungen!
“… kommt von irgendwo ein Lichtlein her”
Noch besser finde ich: Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als ständig die Dunkelheit zu verfluchen.
Ich bin ebenso eine leidenschaftliche Zitatesammlerin:
Noch einmal Einstein:
“Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Beim Universum bin ich mir aber noch nicht ganz sicher.”
Hmm, ich glaube, das hat er in Wut gesagt.
Prinz, schau dir Inhalt und Auflage der Bildzeitung und die nachmittäglichen Shows im Privatfernsehen an, dann weißt du, dass Einstein das nicht in Wut, sondern wohlüberlegt und weise geäußert hat
Ich glaube wohl, dass etwas dran ist, aber er war sicherlich nicht immer so abfällig, sondern konnte sein Kritik auch akzeptabler und konstruktiver anbringen:
Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Geist ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat, erstellt.
“Dagegen ist das Leben derer sehr kurz und sorgenvoll, die das Vergangene vergessen, die Gegenwart verträumen und vor der Zukunft Angst haben; sind sie ans Ende gekommen, so sehen sie, diese Bedauernswerten, zu spät ein, dass sie so lange beschäftigt gewesen sind, ohne doch etwas zu tun.”
(Seneca, Auszug aus: “Von der Kürze des Lebens”)
Die Weisen erkennen nicht nur die Weisheiten, sondern auch woran die Menschen leiden, sonst wären sie wohl nur Mathematiker oder Logiker und fänden nur logisch korrekte Sätze.
Hallo, Prinessin Diega, darf ich willkommen sagen?!
Eine Liebhaberin von Seneca, toll, den studiere und zitiere ich auch gern und verinnerliche ihn oft auch für mich.
Danke Prinzchen für das “NUR Mathematiker”
Zum Glück bin ich auch Frau und nehme weise war, woran Menschen leiden.
Noch nie hat jemand auf dem Sterbebett gesagt: “Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit im Büro verbracht!
(Quelle unbekannt)
Wie lange ich lebe,
liegt nicht in meiner Macht;
dass ich aber, solange ich lebe, wirklich lebe,
das hängt von mir ab
Seneca
Wenn die Liebe dir winkt, folge ihr, sind ihre Wege auch schwer und steil. Und wenn ihre Flügel dich umhüllen, gib dich ihr hin, auch wenn das unterm Gefieder versteckte Schwert dich verwunden kann. Und wenn sie zu dir spricht, glaube an sie, auch wenn ihre Stimme deine Träume zerschmettern kann wie der Nordwind den Garten verwüstet. – Khalil Gibran
Khalil Gibran ist großartig!
und noch etwas:
“Alle Entscheidungen sind nur vorläufig richtig.”
Unbekannt
@stichelnde Jungfrau Virginia….: Sorry, ich habe soeben erst den freundlichen Willkommensgruß bemerkt. Sehr unaufmerksam – und mit der Bitte um Nachsicht. Ich danke herzlich!
Bitte, bitte, gern geschehen, Prinzessin.
Bei so viel Adel im “erbarmungswürdigen” Café, da verneige ich mich tief.
Bist Du auch “herüber” gekommen, von da, wo eine einzelne “Friedenstifterin” mit aller macht herrscht?
Darauf noch einen Seneca:
“Glücklich ist nicht derjenige,
den die Leute so nennen,
der über das große Geld verfügt,
sondern der, dessen Hab und Gut geistiger Natur ist;
er ist aufrecht, von erhabener Gesinnung,
verachtet, was man allgemein bewundert,
kennt keinen, mit dem er tauschen möchte,
beurteilt einen Menschen nur nach seinem
menschlichen Wert. ”
Erich Kästner [über das Café]:
“Wie eine Welle der Bewunderung geht es durch den Raum, wenn ihn ein Glücklicher betritt. Und wen er begrüßt, der fühlt sich geweiht …”
Wenn Ihr mal da in der Nähe seid, Ihr Bücherfreaks
http://www.buecherstadt.com/de/
das lohnt sich
auch eine Bunkerbesichtigung – obwohl ich kein Militärexperte bin.
Wo in Gottes Namen liegt Zossen/OT Wünstorf ??? Sieht interessant aus.
Virgin, erinnerst Du Dich noch an die Antiquariat-Stände und unsere Gespräche am Mainufer? Ach, das war ein richtig schöner Tag!
ja eben, ca. eine Stunde weg von Potsdam – wirst du schon finden
Ich war letztes Jahr in Potsdam – hätte ich das da bloß schon gewusst …
@stichelnde Virginia-Wolfsdame:
Der Sockel muss nicht sein, der Adel eint uns doch sicher alle hier, oder??? Und erfreulich ist doch auch, dass nicht nur das Streben nach Höherem ein vertrautes Thema in diesem Forum ist, sondern der Staub des Irdischen kaum jemandem fremd zu sein scheint (da wren wir doch alle schon öfter mal…).
Ich danke für den erfreulichen weiteren Seneca.
Ach ja, ich habe die umgekehrte Reihenfolge gewählt, bin erst auf euch hier aufmerksam geworden und habe erst dann dadurch die Hinweise über den beklagenswerten anderen Raum bemerkt.
Geistiger Adel eint uns ganz sicher, schön, dass Du auch humorvoll bist.
So und jetzt rede ich Tacheles – welch wunderbares Wort – zu unseren Herren. Schade, der eine muss nun alles abfangen
Virginia Woolf:
“Die Frau hat jahrhundertelang als Lupe gedient, welche die magische und köstliche Fähigkeit besaß, den Mann doppelt so groß zu zeigen, wie er von Natur aus ist.”
“Viele erfolgreiche Männer haben keine erfolgreichen Qualifikationen ausser der, keine Frau zu sein.”
*Alarm* *Herausforderung der Männlichkeit* *zwingender Handlungsbedarf* Ja, vielleicht stimmt das mit der Lupe. Sie machte den Mann vielleicht doppelt so groß wie er war. Und jetzt? Lässt sie den Mann wie er ist und vergrößert sich selbst über das Maß hinaus, dass sie ist? Auf jeden Fall ist das eine sehr selbstwirksame Sicht …
“Wer nicht kämpft, hat schon verloren.” (Plakat von Misereor im Kampf gegen Armut)
Leider schaltet das Hirn beim Kämpfen um vom ruhigen “tiefen denken” zum schnellen “Flachdenken”.
Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute; seht euch an, wohin uns die Normalen gebracht haben. (George Bernard Shaw)
„Florence Chadwick hatte sich in den Kopf gesetzt “Ich will als erste Frau den Kanal überquerren – schwimmend!” Nach langem harten Training startet sie 1952 ihren ersten Versuch in Calais. Sie schwimmt und schwimmt, angespornt von den vielen Zurufen aus ihren Begleitbooten. Kurz vor der englischen Küste zieht dicker Nebel auf; und das Wasser wird immer kälter. Ihre Mutter feuert sie vom Boot aus an: “Los, Florence! Du schaffst es! Es sind nur noch wenige Meilen!” Doch schließlich läßt sich die erschöpfte Florence an Bord ziehen – ein paar hundert Meter vor ihrem Ziel. Später antwortet sie den Reportern: “Ich will mich nicht entschuldigen, aber ich glaube, ich hätte es geschafft, wenn ich nur mein Ziel hätte sehen können.” (Florence Chardwick versucht es noch einmal. Dieses Mal konzentriert sie sich darauf, die Küste von Dover vor ihrem inneren Auge zu sehen. Jedes Detail malt sie sich aus; und je dichter der Nebel wird und je kälter das Wasser wird, desto klarer erscheint ihr das Bild der Küste, desto näher sieht sie sich ihrem Ziel – das sie am Ende auch tatsächlich erreicht.)“
Thomas “Joe” Griffith (*1915), amerik. Schriftsteller
„Ohne Mut und Entschlossenheit kann man in großen Dingen nie etwas tun, denn Gefahren gibt es überall.“
Carl von Clausewitz (1780-1831), preuß. General
Auch wenn ein preußischer General nict gerade meine Erstwahl in Sachen Vorbild ist, so hat er hier doch Recht, find ich.
Wäre Dir ein westdeutscher General lieber?
Hm…. ich hab da eher andere Leidenschaften. Der feste Wille zur Tat und die Entschlossenheit sind ja nicht zu verachten (entschlosssenes in die Höhle ziehen….), aber es muss auch nicht gleich ein dem Verteidigungsminister zur Verfügung gestelltes Hirn sein. Ist ja doch ganz schön, wenn nach dem temporären Abklingen der Wollust noch verwertbare inhaltsreiche Geräusche aus dem Mund des Mannes neben mir kommen und ein tatsächlicher Dialog möglich ist.
Wenn es einem wichtig ist, kann man alles!
Die Lüge ist die “Büchse der Pandorra” für die Logik! (Eisenherz)
vereinfacht:
“Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.”